Alles dreht sich um Integration und Webservices

Roberto Mazzoni  January 27 2013 05:46:34 AM
In den ersten Ankündigungen hiess die Konferenz zu Beginn IBMconnect respektive Connect13, Lotusphere war ganz aus dem Titel verschwunden. In der Lotus Notes/Domino Community hat das zu Stirnrunzeln und Unkenrufen geführt, obwohl sich die Änderung des Namens schon lange abgezeichnet hat. Die Konferenz heisst dieses Jahr Lotusphere Connect2013. Das muss nicht nur als Eingeständnis an die Lotus Community verstanden werden, sondern macht mit der von IBM vorangetriebenen Integration unter das Dach von IBM Collaboration Solutions durchaus Sinn, wie schon am ersten Tag spürbar wurde.

In den vergangenen Jahren konnten die Veranstaltungen mit Hilfe einer Notes Applikation, welche die Replikation der Konferenzdatenbank auf den eigenen Rechner erlaubte, die Konferenz geplant und die Veranstaltugen in den eigenen Kalender eingepflegt werden. Diese Datenbank stand dieses Jahr lange nicht zur Verfügung. Mat Newman, Andreas Ponte und weiter haben eine unoffizielle Datenbank mit denselben Funktionen zur Verfügung gestellt. Wie bisher konnte dadurch mit dem üblichen Komfort in Notes die Konferenzwoche geplant werden, wofür viele den Entwicklern dankbar waren, mich eingeschlossen. Erst am 27. Januar, eigentlich ein Monat zu spät, war eine E-Mail mit dem Betreff "eConference Guide and Solutions Showcase Directory" im Briefkasten. Und diese E-Mail hat verdeutlicht, in welche Richtung die Reise wirklich geht und wie Konsequent IBM an der Zukunft arbeitet.

Der neue Terminplaner steht jetzt auf Basis von IBM Connections zur Verfügung. Für iPhone und Android Geräte wurde eine hybride Applikation in den jeweiligen App Stores bereitgestellt, die einer für die Konferenz angepassten Connections App entspricht und zu welcher natürlich auch eine angepasste Connections Umgebung für die Benutzung in Browser zur Verfügung gestellt wird. Im letzten Jahr ist das WLAN zusammengebrochen, weil sehr viele Teilnehmende neben ihrem Laptop auch ein oder mehrere mobile Geräte bei sich tragen. IBM hat mit der neuen Lösung in dem Sinne darauf reagiert, dass es wohl den meisten Konferenzteilnehmenden wichtiger ist, ihre Termine auf dem mobilen Gerät à jour zu halten als dies auf dem Laptop zu tun. Und das geht mit der neuen Applikation Bestens. Den Konferenzteilnehmern steht nebst der Connections Umgebung auch eine iNotes Umgebung und ein Zugang zu Mail, Kontakten und Kalender via Traveler zur Verfügung. Alles auch vom Browser aus bedienbar oder mit den entsprechenden Originalapps (Traveler, IBM Connections) zu nutzen. Da das iPhone erlaubt, mehrere Traveler Kalender gleichzeitig im nativen Kalender darzustellen, sind die geplanten Sessionen nicht nur in der Konferenz App ersichtlich sondern können zusammen mit den übrigen Kalendern auf dem iPhone eingebunden werden. Android kann das für einmal nicht so elegant. Für den Notes Client bleibt nur noch die eher unbefriedigende Umgehung mit dem Import einer iCal Datei mit allen Terminen. Eine Terminplanung im eigentlichen Sinn wird so etwas mühsam, hier wünsche ich mir trotz aller Vorteile auf mobilen Geräten eine bessere Integration mit IBM Notes.
Image:Alles dreht sich um Integration und WebservicesImage:Alles dreht sich um Integration und Webservices
Agenda in der App und im normalen iPhone Kalender (hellrote Einträge)


Auch die Weiterentwicklungen in Connections 4 und IBM No tes 9 Social Edition (ja, 8.5.4 wird es mit allen letztes Jahr angekündigten Erweiterungen nicht mehr geben, Notes 9 Social Edition ist die nächste Notes Version) zeigen auf, wie viel mehr Integration mit entsprechenden Schnittstellen auf der Roadmap steht als Weiterentwicklungen des Bisherigen.  
Image:Alles dreht sich um Integration und Webservices
Lotus 9 Social Edition

Mit Hilfe des Social Business Toolkits können Entwickler alle möglichen Webservices (SAOP, JSON, REST, etc.) in Applikationen sowohl für Connections als auch für Notes einbinden. Die Entwickler programmieren nur noch in Java oder JavaScript, geben den Typ des Webservice, welcher angesprochen wird, an und alles andere erledigt das Social Business Toolkit. Ob beim Aufgerufenen Webservice eine PHP-Applikation, Ruby & Rails oder welche Technis auch immer steht, das Social Business Toolkit weiss damit umzugehen, es muss nur der Typ des verwendeten Gadgets spezifiziert werden.

Konsequent wird auch für die Entwicklung mobiler Applikationen immer mehr in den Standard integriert und dieser nutzt extensiv HTML5, was neue Möglichkeiten eröffnet. Es reicht jetzt, einem Formularfeld den Typ „email“ zuzuweisen, dank HTML5 wird automatisch geprüft, ob die eingetippte E-Mail Adresse gültig ist. Dieser Check muss, wie bei vielen anderen Datentypen auch, nicht mehr programmiert werden.

Mit diesen Werkzeugen im Hintergrund sind Erweiterungen für Connections oder Notes viel einfacher geworden und dank den API's zu den einzelnen Connections Applikationen können relativ einfach Applikationen entwickelt und Prozesse angebildet werden. Auch für mobile Geräte. Beeindruckend die Demo einer firmeninterne Flugbuchung mit Approval via Connection Activities und der Möglichkeit für die Vorgesetzten, den Flug via Connections oder E-Mail freizugeben. Oder ein kleines Service Desk Tool, welches die wesentlichen Grundbedürfnisse mit wenig Programmieraufwand zu erfüllen vermag. Wie sich solche Xpages basierten Applikationen auf mobilen Geräten präsentieren, kann bei tlcc erlebt werden.

Ein erster Tag, der vor der offiziellen Eröffnung der Konferenz am Montagmorgen viel für die nächste Woche verspricht.

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